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Trauer kennt keine Jahreszeit

Wenn draußen alles leicht wirkt, fühlt sich Trauer oft besonders schwer an. Der Sommer verlangt gute Laune, und genau das macht ihn für Menschen, die jemanden verloren haben, so anstrengend.
Ich erlebe in Gesprächen immer wieder, dass Angehörige sich für ihre Traurigkeit entschuldigen. Das ist nicht nötig. Trauer hält sich an keinen Kalender — sie kommt in Wellen, und manchmal trifft sie mitten im hellsten Licht.
Kleine Rituale, die tragen
Was hilft, ist selten groß. Eine Kerze am Sonntagmorgen. Ein Spaziergang an einem Ort, den der verstorbene Mensch gemocht hat. Ein Satz, den man laut ausspricht, auch wenn niemand antwortet.
Solche Rituale ersetzen nichts. Aber sie geben der Trauer einen Platz, an dem sie sein darf — damit sie nicht den ganzen Tag einnehmen muss.