Hospizwochen Oberberg 2026: So bunt wie das Leben
Am 28. September 2026 haben die Hospizwochen Oberberg begonnen – und ich durfte sie im Gummersbacher Forum nach Landrat Klaus Grootens offiziell eröffnen. Mit meiner Kurzgeschichte „Unter diesen Umständen“ habe ich gezeigt, wie vielfältig die Begegnungen in der Hospizbegleitung sind. Ein ganz besonderer Moment, der mich sehr tief berührt hat.

Was die Hospizwochen Oberberg 2026 bieten
Viele sprechen von der „Hospizwoche Oberbergischer Kreis“. Tatsächlich sind es fast drei Wochen: Vom 28. September bis zum 16. Oktober 2026 gibt es 18 kostenfreie Veranstaltungen und Aktionen. Dazu laden das Hospiz- und Palliativ-Netzwerk Oberberg und der Oberbergische Kreis ein. Auf dem Programm stehen:
- Infoabende rund um Hospiz und Palliativmedizin
- Vorträge und Lesungen
- Angebote mit Kunst-Therapie
- kulturelle Veranstaltungen
Die Termine verteilen sich über den ganzen Kreis, unter anderem in Gummersbach, Wiehl und Waldbröl. Alle Angebote sind barrierefrei.
Die Hospizwochen laden dazu ein, über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen. Und zwar bevor man selbst betroffen ist. Sie zeigen, welche Hilfe es in der Region gibt: ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize und Palliativmedizin. Mittendrin liegt der Welthospiztag am 10. Oktober.
Das vollständige Programm findest Du beim Oberbergischen Kreis.
„So bunt wie das Leben. Hospiz.“ – das Motto
Das Motto hat der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband für den Welthospiztag 2026 gewählt. Es erinnert an etwas, das in der Hospizarbeit zum Alltag gehört: Sterben gehört zum Leben. Und so unterschiedlich, wie Menschen leben, so unterschiedlich gehen sie auch ihren letzten Weg.
Für mich passt dieses Motto genau. In der Hospizbegleitung treffe ich Menschen mit ganz verschiedenen Geschichten, Familien, Überzeugungen und Wünschen. Keine Begleitung gleicht der anderen. Vielfalt ist hier kein Konzept auf dem Papier, sondern gelebte Realität.
Meine Kurzgeschichte zur Eröffnung: „Unter diesen Umständen“
Zur Eröffnung habe ich keine klassische Rede gehalten, sondern eine Geschichte erzählt. „Unter diesen Umständen“ zeigt, wie unterschiedlich Menschen leben, lieben und Abschied nehmen. Und wie wertvoll es ist, ihnen in diesen Momenten mit Offenheit, Respekt und echter Menschlichkeit zu begegnen.
Geschichten können etwas, das Zahlen und Fakten allein nicht schaffen: Sie machen spürbar, was in der Begleitung am Lebensende passiert. Sie nehmen die Scheu vor einem Thema, über das viele lieber schweigen. Und sie zeigen, dass am Lebensende nicht nur Traurigkeit Platz hat, sondern auch Nähe, Wärme und Dankbarkeit.
Hospizbegleitung: warum ich mich ehrenamtlich engagiere
Neben meiner Arbeit als freie Rednerin begleite ich ehrenamtlich bei den Maltesern Kinder, Jugendliche und Erwachsene – und ihre Angehörigen. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig es ist, zuzuhören, auszuhalten und Worte zu finden, wenn die eigenen fehlen. Gerade die Begleitung von Kindern und Jugendlichen braucht Feingefühl, Geduld und den Mut, auch schwere Fragen ehrlich zu beantworten.
Ehrenamtliche in der Hospizbegleitung schenken vor allem eines: Zeit. Wir sind da, hören zu, lesen vor, halten eine Hand oder sitzen einfach still dabei. So entlasten wir Familien, damit sie neue Kraft schöpfen können. Für die Betroffenen ist diese Begleitung kostenfrei. Sie lebt vom Engagement vieler Menschen im Oberbergischen Kreis.
Du kannst Dir vorstellen, selbst Menschen am Lebensende zu begleiten? Dann bereitet Dich der Hospizdienst in einem Kurs darauf vor. Die Hospizwochen sind eine gute Gelegenheit, die Dienste in Deiner Nähe kennenzulernen und Deine Fragen zu stellen.
Vom Ehrenamt zur persönlichen Trauerrede
Was ich in der Hospizbegleitung erlebe, prägt auch meine Arbeit als Trauerrednerin in Engelskirchen und im Oberbergischen Kreis. Eine gute Trauerrede erzählt ein Leben so, wie es war – mit seinen Farben, Brüchen und kleinen Eigenheiten. Wie das gelingt, beschreibe ich im Beitrag Was eine Rede wirklich persönlich macht.
Immer mehr Menschen möchten ihren Abschied selbst mitgestalten. Dafür begleite ich auch Abschiede zu Lebzeiten. Manchmal kommt die Trauer nach einem Verlust zu ungewöhnlichen Zeiten zurück. Darüber schreibe ich in meinem Text Trauer kennt keine Jahreszeit.
Noch bis 16. Oktober: die Hospizwochen Oberberg besuchen
Die Hospizwochen Oberberg laufen bis zum 16. Oktober 2026 – es bleibt also noch Zeit. Nutze die Gelegenheit und stell Deine Fragen. Lerne die Menschen kennen, die hier in der Region Sterbende und ihre Familien begleiten. Jede Begegnung ist einzigartig, jeder Lebensweg besonders.
Und danach geht es weiter: Zum Auftakt meiner neuen Lesereihe ERZÄHLENSWERT lese ich am 29. Oktober 2026 in Engelskirchen – in der Begegnungsstätte „Im Krümmel“. Der Eintritt ist frei.
Du möchtest eine Lesung oder einen Vortrag zu Abschied und Hospizarbeit für Deine Veranstaltung? Oder Du suchst eine Rednerin für eine Trauerfeier? Schreib mir gern – ich höre zu und finde die richtigen Worte.
Mehr zur Eröffnung berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.